Hamburg hatte also wieder seinen jährlichen Backtag. Ich weiß nicht genau, wie viele Menschen wir insgesamt waren. Bei registrierten 46 Zöliakiebetroffenen und einigen Begleitern sind so ca. 50 Personen dabei gewesen (plus unsere 2 Bäckermeister, Gesellin Christiane und eine Biobäckermeisterin aus der Gegend von Worpswede, deren Bäckerei den Raum bis Bremen vielleicht auch mit glutenfreien Broten beliefern will).
Es gab viel zu tun. Die Schmeckproben von MGB (Mein Gesundes Brot) und der Hammermühle ließen wir uns bei allerlei Getränken schmecken. Dazu konnten die noch heißen Brötchen mit Butter und Marmeladen verzehrt werden. Währenddessen mussten sich alle wieder meine jährlichen Ansprachen z.B. über das Klebereiweiß anhören und das Gluten begutachten.
Vor allem aber haben wir jeweils über 100 Brote mit 66% Vollkorn (Reis, Hirse, Buchweizen als Vorteig und Brühstück) und die mit 25% Vollkornanteil (Reis, Hirse als Brühstück) gebacken. Viel Teig wurde geknetet und als Bälle in die Kästen gelegt, mit Ölsaaten bestreut und nach der Gare bei großer Hitze abgebacken. Die Brote waren z.T. sehr schön dunkel und rustikal. Ein 600g Brot kostete 2,50 €. Jeder konnte mindestens 2 ½ kg Brot mitnehmen.
Dann waren die 2 Stücke Butterkuchen, Franzbrötchen, Spritzringe und einige Schmalzkuchen eine willkommene Dreingabe für den Nachmittag.
Unsere Vollkornbrote mit Backfermentlockerung waren zu wenige (ich muss dann halt zu Hause noch mehr Getreide mahlen) und sie waren in zu kleinen Formen, dafür aber ohne Schnellhefe und von schöner Konsistenz.
Der Tag selbst ging locker vorbei. Bei so viel Profiunterstützung verteilten sich die Fragen auch auf mehrere Personen. Gegen Mittag kam der Obermeister der Bäckerinnung vorbei (er backt einmal den Monat mit glutenfreien Zutaten) und wurde angesteckt, zog sich seine weiße Bäckerjacke an und bestrich die Butterkuchen mit Sahne. Ein gemeinsames Foto hat dann Chancen, in der Fachpresse abgedruckt zu werden und die Mär von guten glutenfreien Broten zu verbreitern.
Über den Geschmack des gebackenen kann ich selbst nichts sagen. Das könnten aber TeilnehmerInnen machen.
Dies war mein 31. Backtag in HH seit 1981; einen weiteren machte ich mit Studenten und einen mit Kontaktpersonen der DZG aus ganz Deutschland, dann je einen in Berlin, Dresden und einen kleinen in Braunschweig.
Seid gegrüßt von Reinhard
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